Am 18. November 2020 fand der erste ACC Beratertag statt.  Nicht, wie geplant, in Heidelberg, sondern coronabedingt im Internet. Der Rückblick spricht im doppelten Sinn von Krise als Chance!

Das Thema des Beratertages, Umgang mit Krisen, wurde von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Bereits in seinem einführenden Impulsreferat verwies Andreas Bochmann auf Grundsätzliches von Krisen, nämlich dass sie gestaltbar seien, also nicht nur negativ gesehen werden müssen. Im Workshop von Joachim Klein wurde das der Welt der Unternehmer entlehnte VUKA - Prinzip zum Umgang mit Krisen vorgestellt. Katrin Kroll betonte allein schon in der Gestaltung ihrer Folien, wie Wege der Erholung in und nach der Krise Entspannung und Resilienz fördern, und Friedemann Alsdorf schließlich ging das heiße Eisen des "Scheiterns" - einschl. Schuld und Scham - durch Krisen und als Krise an. Allen Referenten gemeinsam war, dass sie eben nicht das Furchtbare, das Dramatische in den Mittelpunkt stellten, sondern die Hoffnung, die Möglichkeiten, die Ressourcen.

Der Beratertag selbst war dann auch das beste Beispiel für einen solchen gestalterischen, ressourcenorientierten Umgang mit Krisen. Eigentlich war der Beratertag schon für den April geplant, wurde dann aber wegen der Corona-Krise verschoben. Als dann auch der Termin im November zu kippen drohte, entschied sich der Vorstand, das Experiment zu wagen, den Beratertag "virtuell" anzubieten. Die Referenten erklärten sich einverstanden... Und als die Nachricht von der Umstellung auf ein Online-Treffen an unsere Akkreditierten herausging, schossen die Anmeldezahlen in die Höhe - um mehr als das Doppelte der ursprünglich für Heidelberg vorgemerkten Teilnehmer. Tatsächlich bestätigten auch 55% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer anschließenden Befragung, sie hätten an einem Präsenztreffen nicht teilgenommen. Den Hauptnutzen sahen sie in der Zeit- (85% der Befragten) und Kostenersparnis (58% der Befragten). Die Begeisterung für die Themen und Art der Durchführung war beeindruckend. In "Schulnoten" ausgedrückt gab es die "schlechteste" Bewertung (1,41) für die Kleingruppenarbeit. Hier ist das Hinzulernen aber nicht allzu schwer.

Mit anderen Worten ... was wir im Vorstand als Krise gesehen und erlebt hat (nach all der Vorbereitung nun doch keinen Beratertag wie geplant durchführen zu können), wurde letztlich für alle Beteiligten zum Segen. Der Umgang mit der Krise war zwar aus der Not geboren, aber dennoch weit mehr als eine "Notlösung".  Die Rückmeldungen auf den Tag - inhaltlich wie auch formal / organisatorisch - war so überwältigend positiv, dass wir als Vorstand auch in Zukunft digitale Treffen planen werden - nicht als "Ersatz" für leibhaftige Begegnungen, die hoffentlich bald wieder möglich werden, aber als Ergänzung dazu.