Liebe Freunde von ACC,

ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Osterfest, auch wenn es nun zum 2. Mal in kleinerer Runde stattfinden muss. Der Sinn und Inhalt dieses Festes bleibt bestehen, und darüber haben wir weiterhin Grund zur Freude! Ich möchte Sie heute gerne an ein paar Gedanken über eine eher unbekannte Person aus der Passionsgeschichte teilhaben lassen, die ich sehr interessant finde:

Die Frau des Pilatus

Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit jenem Gerechten! Ich habe heute seinetwegen im Traum viel gelitten. Matth.27,19

Claudia ProculaSie ist eine Frau, deren Name unbekannt ist. Die Frau des Pilatus, des Statthalters von Jerusalem. In der späteren Überlieferung wird sie manchmal Claudia Procula genannt, sie war der Überlieferung zufolge die Ehefrau des römischen Statthalters Pontius Pilatus und der Legende nach auch die Tochter des Kaisers Tiberius.

Pilatus’ Frau befand sich zusammen mit ihrem Mann in Jerusalem, als eine Abordnung des Hohen Rates Jesus vor den Richterstuhl des Präfekten brachte, und seine Aburteilung als Aufrührer verlangte. Die Szene fand im ehemaligen Palast Herodes des Großen statt, in dem Pilatus während seines Aufenthalts in der Stadt residierte. Als seine Frau von der Forderung der Priester und der versammelten Volksmenge hörte, Jesus zu kreuzigen, ließ sie ihrem Mann die Nachricht überbringen, sie habe im Traum wegen Jesus sehr gelitten. Über den Inhalt des Traumes wird nichts gesagt.

In der griechisch-orthodoxen Kirche wird sie als Heilige verehrt. Ich habe mir 3 Punkte herausgenommen

  1. Frau ohne Namen- definiert über den Beruf und den Namen des Ehemannes
  2. Träume- was können sie uns sagen
  3. Mut das Richtige zu tun- was wir von ihr lernen können

 

 

  1. Die namenlose Frau

Wir wissen nicht, warum Pilatus´ Frau hier nicht namentlich erwähnt wird. Obwohl Namen in der Bibel oft eine wichtige Bedeutung haben, scheint es hier nicht wichtig zu sein. Durch die Bezeichnung, dass sie die Frau des Pilatus war, war allen klar wer sie war. Definiert über den Namen und die Stellung ihres Ehemannes, hatte sie ihren Platz in der Gesellschaft. So wie wir früher im Ort gesagt haben, das ist die Frau des Pfarrers, oder die Tochter des Lehrers oder einfach „der Sohn des …..“. Und dann war klar, wo man hingehörte und wer man war. Das hat Identität gestiftet. Und ich habe mich gefragt, worüber definieren wir uns. Was macht uns zu dem oder der die wir sind. Der richtige Partner, der Erfolg im Beruf, Kinder aus denen was geworden ist, die richtige Herkunftsfamilie, oder die Mitgliedschaft in dieser Gemeinde? All das scheint Gott nicht zu interessieren. Er benutzt die namenlose Ehefrau, um Pilatus eine wichtige Warnung zukommen zu lassen. Und sie lässt sich nicht davon abhalten, ihrem Mann in Ausübung seines öffentlichen Amtes (er sitzt schon auf dem Richterstuhl im Gerichtssaal) diese Botschaft überbringen zu lassen. Sie wird hier erwähnt wegen ihres Traumes, und weil sie ihn ernst genommen hat, und gehandelt hat.

  1. Träume

Ich weiß nicht, wie sie über Träume denken. Wissen sie morgens noch was sie nachts geträumt haben? Hatten sie schon das Gefühl, dass Gott zu ihnen in Träumen gesprochen hat? Manche Ausleger sprechen hier sogar davon, dass der Traum von Satan kam, um den Erlösungstod Jesu und somit die Heilsgeschichte zu verhindern. Aber eigentlich kenne ich nur Träume in der Bibel, wo Gott durch Engel zu den Menschen gesprochen hat. Bei Daniel, Josef, Samuel, Zacharias, Josef im Neuen Testament etc. Hier hat Gott in Träumen Verheißungen ausgesprochen oder Prophezeiungen, oder er hat Menschen gewarnt wie bei Josef oder hier bei Pilatus seiner Frau. Und ich denke wir müssen das gar nicht beurteilen, ob Gott zu anderen Menschen so geredet hat, oder ob das Einbildung ist.

Wichtig ist, ob wir Ohren haben, die hören, wenn Gott redet. Egal, ob er nun im Traum zu uns redet, durch die Bibel, oder durch andere Menschen. Sind wir bereit zu hören, uns reinreden zu lassen? Uns unterbrechen zu lassen in dem was wir tun oder wie wir denken? Sind wir bereit für Veränderungen? Oder hier wie Pilatus´Frau zu handeln? Auch mal auf ganz unkonventionelle Weise aktiv zu werden, um Gottes Botschaft an den Mann, die Frau zu bringen?

  1. Mut das Richtige zu tun

Manchmal ist es gar nicht so einfach, zu entscheiden, was richtig ist. Was Gott von uns möchte. Nicht immer redet Gott so konkret, wie mit Pilatus´ Frau. Aber wir haben in den 10 Geboten, in der Bergpredigt etc. schon eine ganz gute Richtschnur, wann wir Gottes Willen tun. Und ich möchte uns einladen, immer wieder hinzuschauen, uns die Zeit zu nehmen, um zu hören. Was möchte Gott von Dir, heute, in dieser Passionszeit. Hat er einen Auftrag für dich, mutig zu jemandem hinzugehen, sein Wort weiterzusagen? Eine Ermutigung für jemanden auszusprechen, eine Nachfrage, einen Segen für jemanden zu sprechen(laut oder leise), praktisch zu helfen. Die Frau des Pilatus hatte den inneren Drang, ihren Mann zu warnen. Sie sprach davon, dass sie im Traum viel erleiden musste, um Jesu willen. Wir wissen nicht, was sie geträumt und erlebt hat. Aber es hat sie so stark erschüttert und beängstigt, dass sie ihren Mann warnen ließ. Es kann sein, dass ihn ihre Warnung beschäftigt hat, so dass er deshalb seine Hände in Unschuld gewaschen hat. Aber er hat sich trotz ihrer Warnung anders entschieden. Das haben wir nicht in der Hand, und das ist nicht mehr die Verantwortung seiner Frau. Sie hatte Jesus als „Gerechten“ bezeichnet. Sie hat vielleicht etwas von seiner Göttlichkeit erkannt, wie es jedoch mit ihr weiterging, wissen wir leider nicht. Wir wissen nur diesen einen Satz,

Habe du nichts zu schaffen mit jenem Gerechten! Ich habe heute seinetwegen im Traum viel gelitten.

Und wir wissen, dass sie mutig und entschlossen das nicht für sich behalten hat, sondern ihrem Mann die Möglichkeit gegeben hat, seine Entscheidung noch einmal zu bedenken. Und das wünsche ich uns auch, dass wir die kleinen Momente nutzen, privat, in der Seelsorge und Beratung oder im Beruf, und treu in ihnen handeln, so wie Pilatus´ Frau.

  1. Die Frau ohne Namen- der Gott einen Auftrag und eine Bedeutung gegeben hat.
  2. Träume- wir wollen hinhören, egal wie Gott uns etwas zu sagen hat
  3. Der Mut das Richtige zu tun- wo auch immer wir uns hier von Gott gebrauchen lassen können. Amen

Das immer aktuelle Thema Corona möchte ich heute gerne an den Schluss setzen. Nach den geltenden Regeln für Baden-Württemberg ist Psychotherapie, Logotherapie, Gruppentherapie auch weiterhin erlaubt. Natürlich mit den geltenden Regeln. Beratung ist leider nach wie vor nicht in den Regelungen enthalten, würde ich aber hier gleichsetzen.

Informieren Sie sich doch auf den Seiten Ihrer Bundesländer über die geltenden Regelungen in Ihrem eigenen Bundesland. Ich würde ein Hygienekonzept empfehlen, indem Sie aufschreiben welche Maßnahmen Sie ergriffen haben. Achten Sie weiterhin auf die AHA-L Regeln, so wie Sie es verantwortungsvoll vertreten können. Steigen Sie auf online Konzepte um, wo es geht. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie bewahrt und gut durch diese Zeiten kommen, danke dass Sie für so viele Menschen zum Segen werden! Gerne lege ich Ihnen auch unseren nächsten Beratertag ans Herz, wir haben sehr gute Erfahrungen bei den letzten beiden Angeboten gemacht!

Herzliche Grüße im Namen des Vorstands,


Nicola Berstecher